„Heutzutage kennen die Reiter ja nicht mal mehr die Ausbildungsskala“, diesen Kommentar hörte ich letztens von einem Reiter der etwas älteren Generation. Wahrscheinlich liegt er gar nicht mal so falsch, dabei ist sie so wichtig. Was die Ausbildungsskala ist und wieso sie jeder Reiter kennen sollte – damit beschäftigen wir uns in diesem Artikel. 

Die klassische Reitlehre 

Unsere heutige Reitlehre basiert auf einem Ausbildungssystem, was auf den Grundprinzipien der alten Meister beruht. Neue Erkenntnisse, welche immer im Interesse des Wohles des Pferdes sind, werden dabei ebenso berücksichtigt. So hat sich die klassische Reiterlehre über Jahrhunderte entwickelt und tut es heute immer noch. Unsere Reitlehre orientiert sich an der Natur und den Bedürfnissen unserer Pferde und berücksichtigt die körperlichen Voraussetzungen des Pferdes, während sie das natürliche Verhalten der Pferde berücksichtigt. Die Ausbildungsskala dient dem Wohlbefinden des Pferdes und zielt auf die Kräftigung und ausgewogene Gymnastizierung ab. Eines der übergeordneten Ziele ist ein leistungsbereites Pferd, welches willig und vertrauensvoll mit den Reiter zusammenarbeitet. Dies setzt natürlich im Gegenzug voraus, dass der Reiter ebenso vertrauensvoll und respektvoll mit seinem Pferd umgeht. Aus diesen Grundsätzen der Reitlehre hat sich die Ausbildungsskala entwickelt. 

Was ist die Ausbildungsskala? 

Die Ausbildungsskala wird häufig als „Herzstück“ der klassischen Reitlehre bezeichnet. Sie ist vor allem eins: Ein Leitfaden für die Ausbildung eines Pferdes, ganz gleich ob es Freizeit-, Dressur-, Spring-, oder Vielseitigkeitspferd ist. Denn sie ist unabhängig von dem Verwendungszweck des Pferdes. 

Die Ausbildungsskala besteht aus sechs Punkten, welche sich alle gegenseitig beeinflussen und trotzdem in einer Art Hierarchie dargestellt werden können. 

„Heutzutage kennen die Reiter ja nicht mal mehr die Ausbildungsskala“, diesen Kommentar hörte ich letztens von einem Reiter der etwas älteren Generation. Wahrscheinlich liegt er gar nicht mal so falsch, dabei ist sie so wichtig. Was die Ausbildungsskala ist und wieso sie jeder Reiter kennen sollte – damit beschäftigen wir uns in diesem Artikel. 

Die klassische Reitlehre 

Unsere heutige Reitlehre basiert auf einem Ausbildungssystem, was auf den Grundprinzipien der alten Meister beruht. Neue Erkenntnisse, welche immer im Interesse des Wohles des Pferdes sind, werden dabei ebenso berücksichtigt. So hat sich die klassische Reiterlehre über Jahrhunderte entwickelt und tut es heute immer noch. Unsere Reitlehre orientiert sich an der Natur und den Bedürfnissen unserer Pferde und berücksichtigt die körperlichen Voraussetzungen des Pferdes, während sie das natürliche Verhalten der Pferde berücksichtigt. Die Ausbildungsskala dient dem Wohlbefinden des Pferdes und zielt auf die Kräftigung und ausgewogene Gymnastizierung ab. Eines der übergeordneten Ziele ist ein leistungsbereites Pferd, welches willig und vertrauensvoll mit den Reiter zusammenarbeitet. Dies setzt natürlich im Gegenzug voraus, dass der Reiter ebenso vertrauensvoll und respektvoll mit seinem Pferd umgeht. Aus diesen Grundsätzen der Reitlehre hat sich die Ausbildungsskala entwickelt. 

Was ist die Ausbildungsskala? 

Die Ausbildungsskala wird häufig als „Herzstück“ der klassischen Reitlehre bezeichnet. Sie ist vor allem eins: Ein Leitfaden für die Ausbildung eines Pferdes, ganz gleich ob es Freizeit-, Dressur-, Spring-, oder Vielseitigkeitspferd ist. Denn sie ist unabhängig von dem Verwendungszweck des Pferdes. 

Die Ausbildungsskala besteht aus sechs Punkten, welche sich alle gegenseitig beeinflussen und trotzdem in einer Art Hierarchie dargestellt werden können. 

Grafik Ausbildungsskala der FN

Die Punkte der Ausbildungsskala und was sie bedeuten 

Die Ausbildungsskala setzt sich aus sechs Punkten zusammen: Takt, Losgelassenheit, Anlehnung, Schwung, Geraderichtung und Versammlung. 

  • Takt: Mit Takt ist das räumliche und zeitliche Gleichmaß der Grundgangarten gemein. Dieser Ausbildungspunkt ist das oberste Kriterium für jegliche Ausbildungsarbeit. Der Takt muss sowohl auf geraden Linien, in Wendungen, in den Übergängen und in allen Lektionen gegeben sein. Es ist wichtig anzumerken, dass ein Training, welches den taktmäßigen Ablauf des Pferdes beeinträchtigt, niemals korrekt ist. 
  • Losgelassenheit: Die Losgelassenheit ist nicht weniger wichtig, als der Takt. Jedoch ist sie für viele Reiter deutlich schwieriger zu erkennen, als der korrekte Takt. Die Losgelassenheit bezieht sich auf den körperlichen und mentalen Zustand des Pferdes. Das Pferd ist körperlich losgelassen, wenn es den gesamten Bewegungsapparat ohne Verspannungen und Verkrampfungen bewegen kann, wobei der Pferderücken ganz besonderer Beachtung gebührt. Ein Pferd ist mentale (oder „innerlich“) losgelassen, wenn es gelassen, konzentriert und motiviert ist. Innere und körperliche Losgelassenheit bilden die Voraussetzung für optimale Leistungsfähigkeit und -bereitschaft. Ein verspanntes, verkrampftes, unentspanntes Pferd kann nicht optimal lernen, oder Muskeln aufbauen. Die mentale und körperliche Losgelassenheit können nicht getrennt voneinander betrachtet werden, da sie sich häufig gegenseitig beeinflussen. Ist ein Pferd beispielsweise ängstlich, wird es in den meisten Fällen auch seine Muskulatur verspannen. Es ist in dieser Situation weder mental, noch körperlich losgelassen. 
  • Anlehnung: Die Anlehnung meint die stete, weiche und elastische Verbindung zwischen Reiterhand und Pferdemaul. Dabei ist die Oberhalslinie gleichmäßig aufgewölbt und die Stirn-Nasen-Linie möglichst leicht vor der Senkrechten. Weitere Kennzeichen für eine gute Anlehnung sind das leichte Kauen bei zwanglos geschlossenem Maul, mit leichter Schaumbildung.
  • Schwung: Der Schwung ist die Übertragung des energischen Impulses aus der Hinterhand auf die gesamte Vorwärtsbewegung des Pferdes. Umso besser die Hinterbeine nach vorne durchschwingen können, desto besser kann das Pferd Schub entwickeln, und sich vorwärtsbewegen. Ein Pferd geht schwungvoll, wenn es losgelassen, in korrektem Takt und in vertrauensvoller Anlehnung vorwärts geht, und  es mit der Hinterhand aktiv vorwärtsaufwärts tief unter den Schwerpunkt fußt. In den Verstärkungen sollte eine deutliche Rahmenerweiterung erkennbar sein und Übergänge zwischen den Tempi sollten taktsicher, geschmeidig und durchlässig gelingen. 
  • Geraderichtung: Unter Geraderichtung versteht man die gleichmäßige Gymnastizierung beider Körperhälften, die zum Ausgleich der natürlichen Schiefe des Pferdes führen soll. Es ist das Ziel, dass das Pferd auf gerader und gebogener Linie hufschlagdeckend gehen kann, und sich dementsprechend in seiner Längsachse entsprechend der zu reitenden Linie stellen und biegen lässt. Außerdem sollte es sich zu beiden Seiten gleich gut stellen und biegen lassen. 
  • Versammlung: In der Versammlung soll sich das Pferd leichtfüßig und ausbalanciert auf kleiner Grundfläche bewegen. Dabei geht es mit energisch herangeschlossener Hinterhand in gut getragener Selbsthaltung. Das Pferd muss dazu vermehrt Last auf der Hinterhand aufnehmen und die Hanken vermehrt beugen. Die Bewegung soll erhabener und kadenzierter werden. Keinesfalls darf die Versammlung mit langsam reiten verwechselt werden. 

Pyramide, Hierarchie, Zyklus, Liste? Wie sollte die Ausbildungsskala am besten dargestellt werden? Und in welcher Reihenfolge? 

Die Ausbildungsskala kann auf verschiedene Art und Weise dargestellt werden. Am häufigsten wird sie wohl klassisch in der Pyramide gezeigt, wie auch in diesem Artikel. 

Oberst a.D. Kurt Albrecht von Ziegner würde die Ausbildungsskala zu folgender Reihenfolge umstellen: (1) Losgelassenheit, (2) Anlehnung, (3) Takt, (4) Geraderichtung, (5) Schwung, (6) Versammlung. Die Prioritäten sollten sich seiner Meinung nach etwas verschieben. Für ihn ist die Losgelassenheit unbestreitbar die oberste Priorität, die schon beim Schritt reiten im Gelände am langen Zügel, vor dem Training, verbessert werden kann. Sie ist seiner Ansicht nach die Voraussetzung und Grundlage für jegliche Arbeit und jeglichen Fortschritt in der Ausbildung. Er geht des Weiteren darauf ein, dass die meisten Schwierigkeiten in der Ausbildung eines Pferdes immer wieder auf einen Mangel an Losgelassenheit zurückzuführen sind. 

Fest steht, dass sich die Punkte der Ausbildung gegenseitig beeinflussen. Was die Reihenfolge und Prioritäten angeht gibt es immer wieder Uneinigkeiten. Lediglich dabei, dass die Versammlung der letzte Punkt der Ausbildungsskala ist, sind sich alle einig. Ohne dass alle anderen Punkte der Ausbildungsskala erfüllt oder zumindest beginnend erfüllt sind, ist keine Versammlung möglich. 

Wieso sollte jeder die Ausbildungsskala kennen? 

Nun zur großen Frage: „Wieso sollte jeder Reiter die Ausbildungsskala kennen?“. Meiner Meinung nach MUSS jeder Reiter sie sogar kennen. Ganz egal für welches Lager sein Herz schlägt. Ganz egal, ob er ambitionierter Turnierreiter ist, oder lieber über Felder und Wiesen galoppiert, oder einfach nur an der Hand arbeiten möchte. Die Ausbildungsskala gibt uns ein wichtiges Mittel an die Hand unsere Pferde gerecht auszubilden. Jeder möchte ein glückliches und gesundes Pferd. Das ist nur möglich, wenn unsere Pferde leistungsbereit sind, sowohl körperlich, als auch mental. Und die Ausbildungsskala zielt genau darauf ab. Es geht dabei viel weniger darum, das Pferd möglichst schnell fürs Turnier fit zu machen oder ihm Lektionen, nur um der Lektionen willen beibringen zu können. Wieso braucht man die Ausbildungsskala dann? Das erkläre ich euch jetzt. 

Nur ein Pferd, das im gleichmäßigen Takt geht, kann korrekt und gesunderhalten trainiert werden. Es muss losgelassen sein, um seine Muskulatur richtig einsetzten zu können. Dasselbe gilt für die korrekte Anlehnung. Der Schwung wirkt sich auf alle anderen Punkte der Ausbildungsskala aus, ist aber vor allem wichtig um die Vorhand des Pferdes zu entlasten. Schiebt es nicht genügend aus der Hinterhand, wird es anfangen mit der Vorhand zu „ziehen“ und diese vermehrt zu belasten. Nur ein Pferd, das geradegerichtet ist, kann gleichmäßig und korrekt Muskulatur aufbauen, kann in gleichmäßiger Anlehnung gehen und ist bereit auf beiden Seiten gleichmäßig Last aufzunehmen. Ein Pferd, das sich versammeln lässt, kann seine Hanken beugen und sich vermehrt auf die Hinterhand setzen. Somit nimmt es letztendlich Last auf, und entlastet die Vorhand. Bei allen Punkten der Ausbildungsskala geht es darum, dass das Pferd gymnastiziert wird, sodass es seinen Körper so einsetzen kann, dass Muskulatur aufgebaut wird, und Gelenke und Sehnen entlastet werden. Man erkennt schnell, dass besonders die Entlastung der Vorhand, und somit die vermehrte Lastaufnahme der Hinterhand, der korrekte und losgelassene Einsatz der Muskulatur, der korrekte Muskelaufbau, sowie die Elastizität und Flexibilität des Pferdes übergeordnete Ziele sind, welche von den Punkten der Ausbildungsskala angesprochen werden.

Kennt und versteht der Reiter die Skala der Ausbildung, wird er deutlich schneller erkennen, wieso es gegebenenfalls in der Ausbildung nicht voran geht, oder Schwierigkeiten auftreten. Er kann ebenso den Ausbildungsstand seines Pferdes besser einschätzen und sollte die Ausbildung des Pferdes daran orientieren, um es schonend und motiviert zu trainieren, und vor allem gesund zu erhalten. 

Und auch wenn es gar nicht um Trainingsfortschritte geht, sollte es auch für jeden Freizeitreiter ein Bedürfnis sein, sein Pferd gesunderhaltend zu arbeiten, sodass die körperliche Gesundheit des Tieres in seiner Obhut möglichst lange erhalten werden kann. Dies ist nur bei unter Beachtung der Punkte der Ausbildungsskala möglich. (Anm. d. Red.)