84,379 Prozent gewinnt Jessica von Bredow-Werndl den ersten Umlauf der Qualifikation für die Mannschaft- und Einzelprüfungen in Tokio.

Die 35-jährige aus Aubenhausen war die erste deutsche Starterin der deutschen Dressurequipe. Mit TSF Dalera BB tanzte sie im Grand Prix als letzte Starterin wie gewohnt leichtfüßig und ohne große Fehler durch das Viereck und schlug so die bis dato an erster Stelle stehende Cathrin Dufour und mit ihrem Pferd Bohemian.

„Dalera war gepackt von der Atmosphäre“, schilderte von Bredow-Werndl ihre Eindrücke nach dem Ritt, „und insgesamt voller Kraft, Energie und voll fokussiert. Wenn sie so „an“ ist, muss ich meinen Körper zu hundert Prozent unter Kontrolle haben, um sie nicht aus der Balance zu bringen. Das ist sehr wichtig! Da war eine kleine Sekunde in der Piaffe, da habe ich ein bisschen zu viel gemacht, aber glücklicherweise kam sie sofort zurück“, sagte sie zu ihrem Ritt. Bundestrainerin Monica Theodorescu war von der ersten Vorstellung ihrer Reiterinnen begeistert: „Ich habe zwar nicht alle Prozentpunkte einzeln im Kopf, aber für mich war das der beste Grand Prix bisher, den Jessi und Dalera gezeigt haben: schön geschlossen und schwungvoll, das Pferd während der ganzen Prüfung wundervoll im Genick und zufrieden kauend. Die Anlehnung war noch mal besser, die Versammlung insgesamt besser. Es war einfach ein Genuss mit ganz vielen Höhepunkten und, wie man so auf Neudeutsch sagt, sehr schön im Flow.“

Mit ihrem Ergebnis lieferte Jessica von Bredow-Werndl nicht nur ihre persönliche Bestleistung in einer internationalen Prüfung ab, sondern sicherte sich als beste Reiterin des Tages auch die Startberechtigung für die Kür. Mit ihr zusammen qualifizierte sich etwas überraschend die für die USA startende Sabine Schut-Kery, mit dem Hannoveraner Hengst Sanceo (v. San Remo). Mit 78,416 Prozent erzielte das Paar das zweitbeste Ergebnis in der dritten Startergruppe. Die 51-Jährige kommt eigentlich aus Deutschland, absolvierte Ende der 80er Jahre ihre Pferdewirtausbildung bei Jean Bemelmans in Krefeld und lebt seit 1998 in den USA. Neben den beiden konnten sich zudem noch der Niederländer Edward Gal mit dem Totilas-Sohn Total Us, Cathrine Dufour mit Bohemian für Dänemark, sowie die Engländerin Charlotte Fry auf ihrem Pferd Everdale und die Schwedin Therese Nilshagen auf Dante Weltino OLD für die Einzelwertung in der Kür qualifizieren. 

Am morgen Tag startet das zweite Starterfeld in die Qualifikation. Darunter dann zwei anderen deutschen Reiterinnen Isabell Werth mit Bella Rose und Dorothee Schneider auf Showtime FRH. Den Anfang macht dann Schneider als letzte Starterin der 5. Gruppe um 13.06 Uhr deutscher Zeit. Isabell Werth startet in Gruppe 6 um 14.51 Uhr.