Der Aufschrei bei den Olympischen Spielen war groß. Mit ihrem Verhalten, bei der bis dahin im Modernen Fünfkampf stattfindenden Reitsportdisziplin, löste die Deutsche Athletin Annika Schleu und ihre Trainerin Kim Raisner einen Tierschutzskandal aus. Nun wurden sie für unschuldig erklärt.

Mittlerweile wurde Reiten als Disziplin aus dem Modernen Fünfkampf genommen. Annika Schleu und ihre Trainerin Kim Raisner sorgten mit ihrem Verhalten bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio für einen großen Skandal mit anhaltenden medialen Konsequenzen. 

Sowohl gegen die Athletin als auch gegen ihre Trainerin wurde nach dem Auftritt, bei dem die Athletin vollkommen aufgelöst auf das ihr zugeteilte Pferd versuchte einzuwirken, es mit der Gerte schlug und die Trainerin mit der Hand nach dem Tier schlug, ein Ermittlungsverfahren wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz beziehungsweise wegen Tierquälerei und Beihilfe zur Tierquälerei eingeleitet. 

Die Staatsanwaltschaft Potsdam stellte das Ermittlungsverfahren nun ein. Schleu und Raisner wurden jedoch zur Zahlung eines Geldbetrags zugunsten einer gemeinnützigen Einrichtung verpflichtet. 

Einstellung des Verfahrens aus diversen Gründen

Wie die Staatsanwaltschaft Potsdam mitteilte, wurde das Verfahren aus unterschiedlichen Gründen eingestellt. Maßgeblich hierfür sei vor allem die nur kurzzeitige Einwirkung von Schleu und Raisner auf das Pferd, der psychische und physische Ausnahmezustand im Wettkampf, sowie “die geringen Auswirkungen” der Tat vor dem Hintergrund der fortgesetzten medialen Berichterstattung.

Der Weltverband UIPM zeigte sich erleichtert: “Ich habe ohnehin nie verstanden, warum man es auf diese Ebene gebracht hat”, äußerte sich Klaus Schormann, Präsident des UIPM. Er sei glücklich, dass das ad acta gelegt wurde. 

Anders sieht es der Deutsche Tierschutzbund, der im August die Strafanzeige gestellt hatte. Aus Sicht des Vereins sei “der Vorwurf der Tierquälerei mit der Entscheidung der Potsdamer Staatsanwaltschaft nicht widerlegt”. Trotzdem sei es gelungen eine “gesellschaftliche Diskussion über den Umgang mit Pferden im Wettkampfsport anzustoßen.” Die angekündigten Änderungen im Modus des Modernen Fünfkampf belegten, dass dies gelungen sei, teilt der Tierschutzbund mit.