Es waren spannende Tage in Riesenbeck, wo die besten Springreiter Europas um den Nationenpreis und damit um den Titel Team-Europameister kämpften. Die Ausgangslage von Platz zwei mit denen das Team in den heutigen Umlauf startet, konnten sie halten. Den Titel holten sich aber die Schweizer. Am Sonntag kämpfen die Reiter dann um den Einzeltitel.

Nach der Pleite von Olympia hätte wohl kaum jemand gedacht, dass die deutsche Spring-Equipe rund einen Monat nach Tokio wieder mit Topleistungen glänzt. Erste, leise Hoffnungen kamen auf als David Will, der deutsche Championatsneuling mit seinem Holsteiner C-Vier am Mittwoch beim der ersten Prüfung, einem Zeitspringen, prompt die Prüfung gewann und damit sogar Team-Olympiasieger Peder Fredericson übertrumpfte.

Im ersten Teil des Nationenpreises am Donnerstag brachte das gesamte Team sich dann in Angriffsposition. Zunächst legte André Thieme mit seiner Stute DSP Chakaria eine fehlerfreie Runde hin. Auch Christian Kukuk mit dem Schimmel-Hengst Mumbai gelang das. Vortagesgewinner David Will touchierte eine Stange und sammelte so vier Fehlerpunkte. Fünf weitere kamen durch Marcus Ehning hinzu, der mit seinem Hengst Stargold kurzfristig für Maurice Tebbel einspringen musste. Am Ende des ersten Umlaufs rangierte Deutschland somit auf dem zweiten Platz. 

Rennen zwischen Deutschland und der Schweiz

Zur finalen Prüfung starteten die deutschen Reiter wieder in der gewohnten Reihenfolge: Thieme, Ehning, Kukuk und Will. 

Thieme lieferte zunächst einen gelungenen Einstieg mit einer fehlerfreien Runde innerhalb der Zeit. Auch Ehning, der die Tage zuvor immer kleinere Fehler hatte, blieb ohne Abwurf und bewies damit einmal mehr seine Nervenstärke und Erfahrung. 

Gleich nach Thieme gestartet, machte es der Schweizer Elian Baumann spannend. Mit drei Abwürfen machte er es für seine Teamkameraden nicht leichter. Doch Bryan Balsiger, der gleich nach Ehning in den Parcours ging, zeigte mit einer souveränen Nullrunde, dass sich die Schweiz durch das Ergebnis seines Vorreiters noch lange nicht geschlagen geben würde. 

Abstand zwischen übrigen Starterfeld groß

Mit der Medaille vor Augen ging dann Kukuk für Deutschland an den Start. Leider gelang dem Reiter vor der heimischen Kulisse in Riesenbeck nicht die erhoffte Nullrunde. Mit einem Abwurf summierten sich weitere vier Punkte auf dem Team-Punktekonto. Dennoch stand bereits hier der Gewinn der Silber Medialle fest, hatte sich der Abstand zu den übrigen Nationen breits gefestigt. Auf Kukuk folgte mit Martin Fuchs dann sogleich der nächste schweizer Reiter. Fuchs blieb fehlerfrei. 

Mit einem Abstand von unter vier Punkten zwischen der Schweiz auf Platz eins und Deutschland auf Platz zwei, wurden die letzten zwei Reiter jeder Nation mit Spannung erwartet. 

Als vorletzter Reiter des gesamten Starterfelds ritt dann David Will mit C-Vier in den Parcours. Ein Abwurf erlaubte sich das Pferd-Reiter-Paar, womit sich der Abstand zum schweizer Team vergrößerte. Als letzter Reiter insgesamt und damit auch fürs schweizer Team ging der erfahrene Steve Guerdat an den Start. Auch bei ihm fiel eine Stange und damit auch die finale Entscheidung: Die Schweiz holt sich mit unter vier Punkten Vorsprung den Titel. Deutschland wird Vize-Europameister im Team, vor der belgischen Equipe auf Platz drei und Schweden auf Platz vier. Schweden war im Vorfeld der Europameisterschaft als Topfavorit gehandelt worden, holte das Team doch Gold bei Olympia in Tokio. 

Freude bei der deutschen Mannschaft

Bei der Siegerehrung zeigte es sich deutlich: die deutsche Equipe freute sich über den zweiten Platz. Auch wenn nicht viel zum Sieg gefehlt hätte, ist dieses Abschneiden positiv zu werten. Nicht zuletzt nach dem Ergebnis bei Olympia wurden die zum größten Teil noch recht championats-unerfahrene Equipe heftig in Frage gestellt und die Rufe nach bewährten Reitern wie Christian Ahlmann oder Simone Blum laut. Die gezeigten Leistungen der Mannschaft zeigen jedoch eindrucksvoll, dass auch dieses Team neben den besten Reitern Europas bestehen kann. 

Am Sonntag findet dann zum Abschluss der Europameisterschaft das Finale im Einzelwettkampf statt. Hierzu treten auch die deutschen Reiter mit ihren individuellen Ergebnissen aus den bisherigen Prüfungen an.