Avenches –Nach den Spring- und Dressurreitern geht es nun auch für die Vielseitigkeitsreiter um die Europameisterschaft. In Avenches (Schweiz) starten insgesamt sechs deutsche Teilnehmer, vier davon fürs deutsche Team, alle sechs für den Einzeltitel. Auch Titelverteidigerin Ingrid Klimke geht mit SAP Hale Bob OLD an den Start. Für sie könnte es der dritte EM-Titel in Folge werden. 

Am Mittwoch Nachmittag hieß es für alle deutschen Pferde “Passed” bei der ersten Verfassungsprüfung. Damit erhielten alle Paare die finale Startgenehmigung für die Teilnahme an der EM in der Schweiz. Für das deutsche Team gehen Anna Siemer mit FRH Butts Avondale, Andreas Dibowski mit FRH Corrida, Michael Jung mit fischerWildWave und Ingrid Klimke mit SAP Hale Bob OLD an den Start. Das entschied Bundestrainer Hans Melzer nach der Verfassungsprüfung vor Ort. Für den 70 Jahre alten Melzer wird es die letzte Europameisterschaft, da er zum Ende der Saison von seiner Funktion zurücktreten wird. In der Einzelwertung treten zudem Christoph Wahler mit Carjatan S und Dirk Schrade mit Casino an den Start. 

Am heutigen Tag starteten die Wertungsprüfungen ganz klassisch mit der Dressur, die auf zwei Tage aufgeteilt wurde. Die erste Gruppe startet am Donnerstag, die zweite am Freitag. Am Samstag findet dann das Highlight der Wettkämpfe statt – die Geländeprüfung. Entschieden über den Titel wird dann aber erst am Sonntag im Springen.

Anna Siemer, die mit Avondale 2021 in Lexington; Kentucky (USA) bereits zeigte, dass die Stute aus der bekannten Butts-Zucht auch das 5*-Niveau beherrscht, ging als erste Deutsche Teilnehmerin in Dressurviereck bei der EM in Avenches. Mit einem lächeln im Gesicht, dass sich durch die gesamte Prüfung hielt, absolvierte Siemer mit Avondale die Prüfung mit einem guten Ergebnis von 31,5 Punkten. Am Ende des ersten Tages steht sie damit auf Platz 17. 

Als zweiter Deutscher, jedoch nicht fürs Team, startete Christoph Wahler mit Carjatan S. Auch dieses Pferd-Reiter-Paar hat bereits Erfahrungen auf 5*-Niveau, wurden sie doch bei der CCI5*-L in Luhmühlen 2021 Zweiter. Bei seinem Auftritt im Dressurviereck auf dem Gelände des Institut Equestre National Avenches (IENA) zeigte der Reiter vom bekannten Klostergut Medingen, dass sein Schimmel nicht nur Gelände und Springen, sondern auch die Anforderungen im dressurviereck beherrscht. Mit einer Wertung von nur 26 Punkten schob er sich gleich weit nach vorne. Zum Prüfungende des ersten Dressur-Tages bei der EM liegt er auf Platz Vier. 

Als Dritter und damit letzter Reiter des ersten Tages ging dann der zweite Team-Reiter für Deutschland Andreas Dibowski an den Start. Dibowski war mit seiner Stute FRH Corrida als Reservist für die deutsche Mannschaft mit nach Tokio zu den Olympischen Spielen geflogen. 

Dort kam er nicht zum Einsatz, weshalb er nun mit der Stute bei den Europameisterschaften starten kann. Denn im deutschen Team der Vielseitigkeitsreiter wurde beschlossen, dass keines der Pferd bei beiden Championaten starten würde. Dies ist auch der Grund warum Olympiasiegerin Julia Krajewski nicht auf der Starterliste zu finden ist. Michael Jung geht daher auch nicht mit Olympia-Pferd Chipmunk FRH, sondern mit seinem Zweit-Pferd fischerWildWave an den Start. Da Corrida FRH in Tokio jedoch nicht zum Zuge kam, darf Dibowski mit der Stute in den Schweiz starten. Die Dressur gingen die beiden hochkonzentriert an. Und der Fokus zahlte sich aus. Mit einer Wertung von 25,6 Punkten schiebt er sich vor Landsmann Wahler auf Platz Drei. Damit zeigte Dibowski die beste Leistung des deutschen Teams am heutigen Tag. Für die weiteren Teilprüfung ist er nun in einer optimalen Ausgangslage. 

Damit endet der erste Tag der Europameisterschaften in der Schweiz mit einem zufriedenstellenden Ergebnis für die deutsche Equipe. In der Teamwertung befinden sie sich auf Platz Drei hinter Frankreich (Platz Zwei) und England auf dem ersten Platz. 

Am morgigen Tag starten dann Michael Jung und Ingrid Klimke für das deutsche Team, sowie Dirk Schrade, der für die Einzelwertung an den Start geht.