Nach einem grundsoliden Auftakt im Grand Prix, der Mannschaftswertung der Dressurreiter, die von Dienstag bis Sonntag in Hagen auf dem Hof Kasselmann stattfindet, durch Dorothee Schneider und Faustus und Helen Langehanenberg und Annabelle, glänzten heute Isabell Werth mit Weihegold OLD und Jessica von Bredow-Werndl mit ihrer Erfolgsstute TSF Dalera BB auf dem Dressurviereck. Am Ende gewann das Deutsche Team, das von Beginn an in der Favoritenrolle war, die Goldmedaille. 

Dorothee Schneider legte am Dienstag mit ihrem Ersatzpferd Faustus vor, da sich Showtime FRH im Vorfeld der EM leicht verletzt hatte. Über ihre Leistung von 74,985 Prozent freute sie sich sehr: “Ich bin ganz stolz auf Faustus. Es ist nicht selbstverständlich überhaupt ein zweites Pferd zu haben. Er hat das wirklich toll gemacht.” Hier und da habe es noch ein paar Dinge gegeben an denen sie arbeiten wolle. Aber sie freue sich sehr auf die kommenden Prüfungen. 

Auch Helen Langehanenberg, die mit Annabelle im ersten Umlauf der Prüfung am Dienstag startete, zeigte eine tolle Leistung. “Aber dann war da dieser Fehler. Der hat uns richtig Punkte gekostet. Ich bin aber dennoch sehr glücklich mit Annabelle.”, sagte Langehanenberg nachdem in der Prüfung durch einen Patzer die eigentlich hervorragende Leistung herabgestuft wurde. Sie schaue nun auf den Grand Prix Special. 

Dennoch befand sich Deutschland nach dem Umlauf der beiden ersten Starterinnen in einer guten Ausgangslage. 

Tolle Leistung von Isabell Werth und Weihegold OLD

Wie eine schwarze Perle glänzend betrat dann am Mittwoch Weihegold OLD, die 16-Jährige Oldenburger Stute von Isabell Werth das Dressurviereck. Nicht nur die Stute, auch die Reiterin schien hochkonzentriert. Wie (fast) immer zahlte sich der disziplinierte Fokus aus: Mit einer Wertung von 79,860 Prozent erfüllte das Pferd-Reiter-Paar alle Erwartungen und zeigten die bis dahin beste Leistung der Prüfung. Auch Overnight-Leaderin Charlotte Fry übertrumpfte Werth mit ihrer Leistung um mehr als zwei Prozentpunkte in der Gesamtwertung. Mit 154,845 Punkten ging Deutschland durch den brillanten Auftritt von Werth ohne Umwege in Führung vor dem starken Dänischen Team (151,444 Punkte), die den ersten Umlauf am Tag zuvor noch mit Platz Zwei vor Deutschland abschließen konnten.

Deutschland, England oder Dänemark für Gold?

Cathrine Dufour, die mit ihrem Westfalen-Wallach Bohemian durch einen Ausfall in der Links-Pirouette deutlich an Punkten verlor, bekam eine Wertung von 79,721 Prozent. Trotz der liegengebliebenen Punkte, beförderte sie damit das dänische Team vorerst auf den ersten Platz. Um die Goldmedaille zu gewinnen, müsste die nun letzte deutsche Starterin Jessica von Bredow-Werndl über 76 Prozent erhalten und die nach ihr folgende Charlotte Dujardin weniger. 

Jessica von Berdow-Werndl zeigten wieder beeindruckende Leistung

Als letzte Deutsche Reiterin startete dann Doppel-Olympiasiegerin Jessica von Bredow-Werndl mit TSF Dalera BB. Nach ihrem Olympiaauftritt durfte Dalera erstmal ein paar Tage verschnaufen. Doch eine lange Pause brauchte die großrahmige Trakehnerstute nicht, wie von Bredow-Werndl berichtete. Bereits nach drei Tagen habe die Stute schon wieder Bocksprünge beim Schrittausritt gemacht – ein Ritual, dass ihrer Reiterin signalisieren soll, dass es wieder mit dem Training losgehen kann.  

Nach ihrem gemeinsamen Sieg in Tokio stand das Ziel für Hagen ganz klar fest: “Es wäre gelogen, wenn ich jetzt sagen würde, dass ich jetzt nicht vorhätte, auch die Europameisterschaft zu gewinnen.” Um dem Druck herr zu werden, fokussiere sie sich aber auf das, was Dalera und sie am liebsten täten: “gemeinsam tanzen und eine Einheit bilden”. 

Dies gelang der Reiterin aus Aubenhausen wie gewohnt auch bei ihrem Auftritt in Hagen für das deutsche Team. Als Schlusslicht der deutschen Equipe wurde die Reiterin mit Spannung erwartet. Luftanhalten mussten die Zuschauer aber nur aufgrund der atemberaubenden Performance, die die Stute und ihre Reiterin ablieferten. Mit 84,099 Prozent wurde das Duo als bestes Paar der gesamten Starterliste bewertet. 

Charlotte Dujardin mit Gio zeigte zwar eine gelungene Performance, die jedoch nicht ausreichte um das Deutsche Team noch vom Thron der besten Dressurreiter Europas zu stoßen. Das Team, dass bereits bei den Olympischen spielen die Goldmedaille für sich beanspruchte, konnte die Nationenprüfung ebenso bei der Europameisterschaft für sich entscheiden. Dorothee Schneider mit Faustus, Helen Langehanenberg mit Annabelle, Isabell Werth mit Weihegold OLD und Jessica von Bredow-Werndl gewinnen in der Mannschaft die Europameisterschaft. Für Deutschland ist es die dritte Goldmedaille als Team in Folge. 

Am morgigen Tag starten dann die besten Reiter des Grand Prix im Grand Prix Special, als erste Prüfung um die Einzelmedaille. Entschieden über den Sieg des Titels Einzeleuropameister wird dann am am Samstag in der Grand Prix Kür.